Der richtige Stoff für den Anzug – darauf kommt es bei der Auswahl an

Wer sich einen Anzug maßkonfektionieren oder von einem Schneider nähen lassen will, hat die Qual der Wahl. Soll es ein steigendes oder ein fallendes Revers sein? Einreiher oder Zweireiher? Bundfalten nach innen oder außen? Fragen wie diese sorgen oft für Verunsicherung und am Ende ist man mit dem Ergebnis unzufrieden. Tatsächlich beginnen die Probleme aber oft schon viel früher – nämlich bei der Auswahl des passenden Stoffs. In diesem Artikel lernen Sie die wichtigsten Anzugstoffe kennen und erfahren, wodurch sie sich unterscheiden.

Schurwolle – hochwertig und pflegeleicht

Geht es um Anzüge, ist Schurwolle ganz klar der Klassiker. Die vom Schaf gewonnene Wolle zeichnet sich durch ihre Atmungsaktivität, ihre wärmende Wirkung im Winter und ihr kühlende Luftzirkulation im Sommer aus. Darüber hinaus ist Schurwolle weitgehend faltenfrei und fällt deutlich eleganter als andere Materialien. Auch die Pflegleichtigkeit ist ein klarer Pluspunkt. Es genügt, Hosen und Sakkos gelegentlich mit einer Naturhaarbürste von Staub zu befreien. Darüber hinaus weist das natürliche Material eine Selbstreinigungsfunktion auf. Bei starken Verunreinigungen genügt eine gelegentliche chemische Reinigung.

Schurwolle ist vor allem dann eine gute Wahl, wenn man sich einen soliden Allround-Anzug anfertigen lassen will. Unterschiede gibt es hier vor allem beim Stoffgewicht und der Super-Zahl. Hohe Stoffgewichte ab 300 g/m² eignen sich eher für den Winter und fallen eleganter. Hohe Super-Zahlen auf der anderen Seite sagen etwas über die Qualität des Garns aus. Für den Alltagsgebrauch sind Werte von Super 110 bis Super 120 absolut ausreichend.

Leinen – ideal für den Sommer

Leinen ist das klassische Material, wenn es um Sommeranzüge geht. Es zeichnet sich durch seine gute Luftzirkulation und seine natürliche sommerliche Optik aus. Leinen leitet Körperwärme schnell ab, fühlt sich kühl an und saugt weniger Feuchtigkeit auf als beispielsweise Baumwolle. Dafür neigt das aus Flachsfasern gewonnene Material zum Knittern. Bei Liebhabern ist diese Optik aber durchaus erwünscht.

Leinenanzüge sind ganz klar etwas für den Sommer und den Casual-Bereich. Es eignet sich für alle, die eine natürliche legere Optik bevorzugen.

Wenn man sich die kühlenden Eigenschaften von Leinen zunutze machen will, gleichzeitig aber auf einer eleganteren glatteren Optik besteht, entscheidet man sich für ein Mischgewebe, das zum Beispiel zu 70 % aus Wolle und zu 30 % aus Leinen besteht. In manchen Stoffen findet sich auch noch ein Anteil Seide, der zusätzlich zu einer eleganten glatten Optik beiträgt.

Baumwolle – alltagstauglich und belastbar

Ein weiterer Stoff für Anzüge, der eher dem Casual-Bereich zuzuordnen ist, ist Baumwolle. Es handelt sich um eine der beliebtesten Fasern für Bekleidung überhaupt und um einen der Hauptbestandteile veganer Anzüge.

Das aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnene Gewebe zeichnet sich durch seine Anschmiegsamkeit und sein weiches komfortables Tragegefühl aus. Weitere positive Eigenschafen sind seine Reißfestigkeit, seine Hautfreundlichkeit und sein geringes Allergierisiko. Als ein wesentliches Qualitätsmerkmal gilt dabei die Stapellänge, also die Länge der Fasern. Hier gilt: je länger, desto besser.

Nachteile von Baumwolle bestehen in ihrer geringen Elastizität und ihrer Neigung zum Knittern und zur Flusenbildung. Beliebte Baumwollgewebe sind Moleskin, Samt, Cord und Seersucker.

Kaschmir – weich und anschmiegsam

Dieses hochwertige Gewebe wird aus der Wolle der Kaschmirziege gewonnen. Sie zeichnet sich durch ihre sehr guten Wärmeigenschaften, ihr geringes Gewicht sowie ihre Weichheit und Feinheit aus.

Bei Kaschmir handelt es sich um eine sehr hochwertige Faser mit einem entsprechend hohen Preis. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Material nicht sehr strapazierfähig ist. Zudem neigen Kaschmirstoffe zur Pilling-Bildung. Aus diesen Gründen verwendet man bei der Herstellung von Anzügen selten reines Kaschmir. Sehr wohl kommt es aber als Beimischung zum Einsatz. So weist etwa ein Anzug aus 90 % Schurwolle und 10 % Kaschmir die markante weiche Oberfläche auf, ohne aber zu empfindlich zu sein.

Bild: ©THINK b/Adobe Stock

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